Was hat (m)ein Kopfstand mit Führung zu tun?

Auf den ersten Blick vielleicht nicht viel, auf den zweiten schon. Führung ist ein weites Feld und wird doch häufig nur im Kontext von Unternehmen erwähnt. Dabei fängt Führung viel früher an und findet sich auch im Privaten: in der Schule, im Sport, im Verein oder eben auch in der Yogaklasse.

Ich praktiziere seit 19 Jahren Yoga bei unterschiedlichen LehrerInnen und ich habe durchaus etwas für mich mitgenommen. Yogastellungen wie der Kopf- und Handstand, die Kobra, die Brücke, Rückbeugen und viele mehr, waren allerdings immer den Fortgeschrittenen (in anderen Kursen) vorbehalten. Ich bin dort nie hingekommen und hatte nicht das Vertrauen und keine Idee bzgl. meiner Möglichkeiten.

Seit 2,5 Jahren bin ich bei einem Yogalehrer, der eine sehr positive Haltung allen seinen SchülerInnen und deren Fähigkeiten gegenüber hat. Es gibt keine Anfänger- und Fortgeschrittenenklassen mehr, alle praktizieren gemeinsam. Er holt mich definitiv aus meiner Komfortzone, ohne mich zu überfordern, er vermittelt mir Spaß an der Bewegung, er lässt mir mein Tempo und freut sich mit den anderen zusammen über kleine Erfolge.

Ich erlebe viele Aspekte von Führung: Vertrauen in die Fähigkeiten der Einzelnen haben, Lernen als fortlaufenden Prozess verstehen, Unterstützung geben, wo es erforderlich ist, Verantwortung übertragen, Empathie und Leidenschaft für die Sache und Geduld. Und so wächst jeder Einzelne und das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Gruppe.

Und was soll ich sagen. Ich, die ich früher im Sportunterricht meist zu den Letzten gehörte, die gewählt wurden, habe mit 50 Jahren meinen ersten Kopfstand in meinem Leben praktiziert und lerne kontinuierlich mit viel Freude weiter.

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