Gefühle managen

Wenn ich in meinen Seminaren zu dem Thema Feedback arbeite, komme ich immer auf das Thema Gefühle zu sprechen. Denn zu einem (Wahrnehmungs-) Feedback gehört auch bzw. gerade das Benennen der eigenen Gefühle. Und wir haben neben den Grundgefühlen Liebe, Angst, Wut, Trauer und Freude eine Vielzahl von weiteren Gefühlen in uns.
Der erste Schritt dabei ist das Erkennen der eigenen Gefühle. Einmal hinzuspüren, was ist es denn genau? Wie macht sich denn ein Gefühl bemerkbar? Wo im Körper spüre ich es? Und wenn ich es spüre, kann ich es benennen?
Wir haben einen großen Wortschatz für unsere Gefühle, der vielleicht nur manchmal ein wenig eingerostet ist, weil wir diesen nicht so häufig benutzen. Schließlich ist es gerade im Arbeitsalltag von großer Bedeutung, immer auf der Sachebene zu bleiben!?!
Dieses Argument höre ich sehr häufig, wenn es um Feedback geht. Für den privaten Bereich können sich viele die Umsetzung vorstellen und halten es für ein gutes Instrument. Aber im Unternehmen? Zu groß ist die Angst, als zu gefühlsbetont zu gelten oder nicht als die durchsetzungsstarke Führungskraft gesehen zu werden.
Die Zeitschrift „Wirtschaftspsychologie aktuell“ hat in der 3. Ausgabe 2016 dem Thema Gefühle in Form des Schwerpunktthemas „Gefühle managen“ Rechnung getragen. Hier heißt es u.a. „…nur Chefs, die fähig sind, sich in andere hineinzuversetzen und ihre Entscheidungen zugleich mit Abstand zu ihren Emotionen treffen, können wirklich gut führen.“ D.h. es geht nicht darum „zur mitleidenden Führungskraft zu werden. Der Wunsch seitens der Mitarbeiter verstanden zu werden, schließt nicht aus, auch harte Entscheidungen zu akzeptieren.“
Die notwendige Empathie besitzt jeder aufgrund seiner genetischen Veranlagung. Im Kindesalter wird sie maßgeblich ausgeprägt. Sie lässt sich jedoch im Erwachsenenalter erweitern. Studien des Korn Ferry Institute zeigen, dass selbstreflektierte Führungskräfte nicht nur individuell erfolgreich sind, sondern dass auch deren Unternehmen ihre Wettbewerber übertreffen (Wirtschaftspsychologie aktuell, 3/16).
Persönlichkeitsentwicklung ist und wird auch zukünftig ein wichtiger, wenn nicht sogar entscheidender Baustein für den eigenen und den unternehmerischen Erfolg sein.

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